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Thekengespräche - wann hat es sie in den Monaten der pandemischen Corona-Zeit mit ihren vielen Vorgaben und Einschränkungen gegeben?

In Schulenrode lebt diese Kultur auch erst langsam wieder auf. Von einem guten Beispiel des informativen Austauschs soll hier berichtet werden.

 

Die Nachbesprechung einzelner - teils kritischer - Themen, die zuvor in der letzten Ortsratssitzung verhandelt wurden, geschah nun im „freien Diskurs“. Auch über eventuell vorhandene unterschiedliche politische Überzeugungen hinweg, setzte sich am Ende der Gemeinsinn für die Bewältigung anstehender Aufgaben im Ort durch. Als neutraler Beobachter kann ich festhalten, diese Haltung prägt glücklicherweise über alle Jahre auch die Arbeit im Ortsrat.

 

Später, unterstützt durch einige Getränkerunden wurden dann Zukunftspläne und Ideen zur Gestaltung des dörflichen Miteinanders geschmiedet. Irgendwie kam man dann auf den zündenden Titel für ein mögliches zukünftiges Dorffest. 

Nachdem spätestens seit 2015 mit den Feiern zum Dorfjubiläum klar ist, das Schulenrode ganz vorn am Elm liegt, müsste man ergänzend zu diesem „Alleinstellungsmerkmal“ nun auch noch festhalten, dass es sich bei uns um das norddeutsche Äquivalent zum seit langem bekannten gallischen Dorf „Klein Bonum“ handelt! 

 

Nach dem Abend sind noch alle Optionen offen, wann und wie daraus ein Fest werden könnte, aber in der Vergangenheit haben gerade diese ersten Überlegungen an der Theke in Schulenrode viel bewegt. Denn Eines ist sicher:

„geh in den Krug und mach dich klug,

geh drum rum und bleibe dumm!“

 

Horst Klatte

 

Diese tröstenden Worte aus einem gleichnamigen Lied von Udo Jürgens tun mit ihrer philosophischen Tiefe gerade zu Beginn der dunkelsten Monate des Jahres gut.

Wir haben nach all den Hiobsbotschaften zur Energiekrise das große Glück gehabt, einen milden und goldenen Herbst zu erleben. 

Schien uns im Sommer gerade in diesem Jahr die Sonne schon zu intensiv, war die Hitze nach unseren mitteleuropäischen Maßstäben gemessen fast unerträglich, so sind uns die wärmenden Tage der beiden vergangenen Monate als Geschenk von der Sonne geliefert worden, die den Griff zur Heizung unnötig machten.

Unsere geographische Lage auf dem Globus ist es, durch die wir diesen Wechsel von „Jahreszeiten“ erleben dürfen! „Dürfen“?

Eindeutig Ja!

Denn die natürlichen klimatischen Gegebenheiten, die daraus resultieren, sollten wir immer wieder als großes Geschenk feiern! Jahreszeitenwechsel haben ihren Charme für uns darin, dass wir Sonnenhöchst- und bald wieder Sonnentiefststände erleben. Wir, unsere natürliche Vegetation und die Ernährungsgrundlagen, die unsere landwirtschaftlichen Produkte ermöglichen, profitieren seit Jahrtausenden davon. 

Hier können nicht sachgerecht die Folgen der weltweiten Klimakrise dargestellt werden. Viele Delegationen fast aller Staaten der Erde versuchten in diesem Monat in Ägypten Streitpunkte in der Beurteilung des Problems auszuräumen und rangen wiederholt um Handlungserfolge, die zur Milderung eines eindeutig vorhandenen Klimawandels beitragen könnten. 

Für immer mehr Staaten wurde seit Jahren klar: „uns steht das Wasser bis zum Hals“ oder - genauso schrecklich - „unser Land verdorrt“. Doch bisher galt leider häufig die Devise vieler politisch entscheidender Gremien - wir vertagen die notwendigen Arbeitsschritte und wir warten mal ab. 

Seit Monaten fühlten sich daher viele vor allem junge Leute mit der „Fridays for Future“ Bewegung aufgerufen, mit Protestaktionen auf die Bedrohungen durch den Klimawandel aufmerksam zu machen. Radikalisiert protestiert in den vergangenen Wochen nun verstärkt die - wie sie sich selbst nennt „letzte Generation“ - mit fragwürdigen und teils geschmacklosen Aktionen.

Dem sollten wir begegnen, dass keine einzelnen medialen „Hypes“ Veränderung schaffen, sondern nur gelebte Vernunft aller Generationen im Umgang mit Ressourcen ein Stück weit Zukunft sichert. Dazu gehört natürlich die kritische Beurteilung unseres bisherigen  Verbraucherverhaltens und die Rückbesinnung darauf, dass nun immer häufiger „weniger mehr sein kann“.

Wir sind Teil des weltweiten Geschehens und dennoch ist das was wir bisher spüren und beklagen im Vergleich zu den Bedrohungen der Lebensgrundlagen in vielen Ländern in den unterschiedlichen Erdteilen und Klimazonen fast marginal

Um mehr Verantwortung für „unsere kleine Welt“ zu übernehmen gibt es genügend Vorschläge, die Änderungen unseres Alltagsverhaltens ermöglichen - die Schritte zu gehen, um selbst aktiv zu werden - darauf wird es in Zukunft ankommen.

 

Mit dem Erleben unserer Jahreszeiten können wir uns demnach nur wünschen, dass wir mal wieder eine Eisparty auf dem Veronikasee feiern und die „Todesbahn“ am Lindenberg rodeln dürfen. Also den norddeutschen Winter mit seiner vollen Wucht erleben können. 

Damit zurück zur Alles bestimmenden Lebensquelle.

Die Wärme, die uns dann Ende Januar schon mal mit der Mittagssonne Hoffnung aufs kommende Frühjahr ermöglicht, zeigt klar an - immer wieder geht die Sonne auf! 

Was für ein Glück ist uns durch sie beschieden!

 

Horst Klatte

Geradezu ein Hype ist es zurzeit, eigenes Gemüse anzubauen! 

Parzellen in Kleingartensiedlungen sind in den Städten gefragt wie schon lange nicht mehr.

Hierzu mal ein Blick in die jüngere Geschichte des Lebens auf dem Lande.

 

Die traditionell in den Dörfern vorhandene notwendige Gartenbewirtschaftung zur Versorgung der häufig vielköpfigen Familien fand ganzjährig statt. Nach der Feldbearbeitung, der Einsaat und der Pflege der Beete gegen Unkräuter und andere Schädlinge mussten die saisonalen Ernten z.B. durch Einlagern und Einkochen konserviert und aufbewahrt werden. Tierische Produkte von selbst gehaltenem Vieh - vielfach Federvieh und das übers Jahr gemästete Schwein - wurden durch Pökeln oder Räuchern haltbar gemacht. Man lebte mit nur wenigen Ausnahmen vom eigenen Land.  

 

Die Aufnahme vieler Flüchtlinge und Vertriebener am Ende des zweiten Weltkriegs und bis weit in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts bestimmte dann die Siedlungsgeschichte aller Orte radikal. Es ging zunächst um die Notversorgung vieler Personen, die auf engstem Raum in vorhandene Wohnhäuser oder in schnell erstellten Notunterkünften untergebracht wurden. In dem kleinen Ort Schulenrode, der  1939 noch 139 Einwohner und 31 Wohngebäude zählte, stieg die Einwohnerzahl bis 1950 auf 271 Personen die in nur 32 Wohngebäuden untergebracht waren. 

 

Mit dem „Eisernen Vorhang“ zwischen den sich feindlich gegenüberstehenden Weltmächten USA und UdSSR wurde bald klar, dass eine Rückkehr vieler Familien in ihre alte Heimat auf unbestimmte Zeit unmöglich blieb. Daher wurde es immer dringender in den Orten neuen Wohnraum zu schaffen. 

(Vgl. hierzu den Artikel zur Behelfsheimsiedlung in Klein Schöppenstedt).

 

In Schulenrode wurden entlang der Destedter Straße und mit einer Siedlung in der neu angelegten „Gartenstraße“ (heute ist es der „Fliederweg“) 12 Grundstücke erschlossen und vergeben. Der Notwendigkeit entsprechend, sich selbst zu versorgen, waren in dieser Siedlungsphase bis zur Mitte der 60er Jahre die Grundstücke so bemessen, dass mit der Bewirtschaftung eines Gartens und der Haltung von Kleinvieh die Versorgung einer Familie übers Jahr zu großen Teilen gewährleistet war.

Den paradiesischen „Garten Eden“ hatte die Menschheit schon früh verspielt, sodass der Anbau von eigenem Gemüse mit viel Mühe verbunden war (und ist) und auch nicht immer die erhofften Erträge erwirtschaftet wurden. Nach und nach verschwanden die Nutzgärten. Man versorgt sich beim Discounter mit allem was das Herz begehrt. Die weltweiten Lieferketten ermöglichen es, Gemüse- und Fruchtsorten fast immer ohne jahreszeitliche Einschränkungen verfügbar zu machen.. Ziergärten zum Zweck der Erholung und als Freiraum für die Familie bestimmen heute das Bild.

 

Wenn nun aber eine Rückbesinnung auf „Selbstversorgung“ stattfindet, könnte man kritisch anmerken, dass die Baumarktprospekt-Angebote für Hochbeete, Balkongardening etc. eigentlich nur zum Spaßgärtnern geeignet sind. Für größere Ernten braucht es auch größere Flächen!

Glücklicherweise sind hier im Umfeld die Grundstücke häufig geeignet, etwas mehr Gartenbewirtschaftung zu ermöglichen. Daher wünsche ich allen jungen Familien viel Erfolg dabei, sich an ein kleines Stück Selbstversorgung heranzutrauen, und sich selbst und den Kindern dabei mit Mühen - aber auch mit Freuden - wertvolle Kenntnisse vom Anbau, Wachsen und Gedeihen unserer Grundnahrungsmittel zu vermitteln. 

In diesem Sinn: Gutes Gelingen!

 

Horst Klatte

 

Quellen:

  • Bernhard Friedrichs, Das Behelfsheim - Hoffnung im Chaos, im Heimatbuch 2021, Landkreis Wolfenbüttel, S.271 -277
  • NLA Wo, 12 Neu 13 8868, Kleinsiedlung in Schulenrode
  • NLA Wo, 4 Nds Nr. 858, Antrag für eine landwirtschaftliche Nebenerwerbsstelle
  • NLA Wo, 131 N Zugang Nr.18 1994, Unterlagen der Brandversicherung nach Aufhebung des Monopols

Ein großer SUV (eigentlich: „Sport Utility Vehicle“, oder auf Deutsch ein „Sport- und Nutzfahrzeug“) versperrt vor einem Grundstück den Fußweg am Sickter Weg in Schulenrode. Die knapp vierjährige Ida kommt mit ihrem Vater bei ihrem regelmäßigen Dorfrundgang näher an das Auto heran. 

Offensichtlich innerlich sehr beschäftigt und grußlos kommt der Autobesitzer von dem Grundstück, geht um sein Fahrzeug herum und möchte einsteigen.

In diesem Moment ruft ihm das kleine Mädchen entrüstet zu:

„Man parkt nicht auf dem Fußweg!!!“

 

Für einen kurzen Augenblick scheint der Autobesitzer irritiert zu sein und zu überlegen, ob er etwas erwidern sollte, sich rechtfertigen oder noch besser - sich bei ihr und ihrem Vater entschuldigen sollte. Weder noch! 

Wortlos steigt er in sein sperriges Auto und fährt los. Vielleicht hat er aber etwas gelernt?

Danke, Ida für deine Zivilcourage und mit Verlaub: wo du Recht hast, hast du Recht!

 

Horst Klatte 

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