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Schulenrode ist für mich...

zur Heimat geworden.

In den letzten „Corona - Wochen“ kam es - nach dem Toilettenpapierausverkauf - auch zu großen Engpässen bei der Versorgung mit Mehl und Hefe. In dieser vermeintlichen Notzeit wurde urplötzlich in den Haushalten das Brotbacken wiederentdeckt. 

Nun hat sich die Lage etwas beruhigt und man kann mal einen kleinen Blick in die Geschichte des Brotbackens in unserem kleinen Ort werfen.

Im Brandversicherungskataster 1829 wurde erstmals das „neu erbaute Gemeinde-Backhaus“ mit der Assekuranznummer 22 aufgeführt und bis weit in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts unterhielt die Gemeinde Schulenrode, wie fast jede Ortschaft, ein „Gemeindebackhaus“. 

Die Feuerstellen und Herde in vielen Haushalten waren für einen längeren Backprozess schlecht nutzbar und um das Grundnahrungsmittel Brot und auch den Zuckerkuchen auf großen Blechen dauerhaft zur Verfügung stellen zu können, übernahm die Gemeinde diese Aufgabe.

Es ist leicht nachvollziehbar, dass die Brandgefahr dieses Gebäudes durch die Holzbauweise, die Befeuerung des großen Backofens und die Staubentwicklung im Umgang mit den Materialien groß war. Wegen mehrfacher Brände 1878 und 1901 waren deshalb Um- und Ausbauten nötig, die in Planunterlagen des Staatsarchivs festgehalten sind.

Ein Pachtvertrag von 1919 mit dem Bäcker Heinrich Engelke dokumentiert, dass er sich verpflichtete, „gutes und gesundes Brot“ zu backen. Im Vertrag sind auch die Preise festgelegt worden, die für das Backen von Brot oder Kuchen erhoben werden sollten. Das Vertrauen darauf, dass er seine Arbeit zu aller Zufriedenheit verrichtete, zeigte sich darin, dass die Verträge mit ihm immer wieder verlängert wurden, und auch in zweiter Generation die Familie Engelke die Gemeindebäckerei führte. 1965 wurde ergänzend in einem Anbau ein kleiner Laden für Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs eingerichtet. In der Konkurrenz mit den großen Supermärkten am Ende unterlegen, musste der Ladenbetrieb 1983 aufgegeben werden. 

Nach erheblichen Umbauten ist es nun Wohnhaus einer Familie mit der Adresse Sickter Weg 26. 

Ein Schild am Haus erinnert an die Geschichte des „Backhauses“ der Gemeinde Schulenrode. 

Glücklicherweise hat sich in den letzten Wochen gezeigt, dass die Angst um die Versorgung mit Brot und Backwaren unbegründet war und ist. Das ist für uns sehr angenehm. Darüber hinaus ist es aber auch gut zu wissen, dass schmackhaftes und gesundes Brot zu backen, heutzutage dank der guten Zutaten und der modernen Öfen für viele „Hobbybäckerinnen und Hobbybäcker“ machbar ist. 

In diesem Sinn: Gutes Gelingen!

Horst Klatte

Quellen:

  • Pachtvertrag der Gemeinde Schulenrode mit Bäckermeister Heinrich Engelke, 1919
  • NLA Wo, 104 Alt, Nr.1447 Brandversicherung Catastrum, 1829
  • NLA Wo, K 20257, Plan für ein neu zu erbauendes Backhaus 1878, ergänzt mit Plänen 1908 zum Umbau und Ausbau
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