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Schulenrode ist für mich...

ein kleines beschauliches Dorf, wo KAMERADSCHAFT und ZUSAMMENHALT noch groß geschrieben und auch gelebt werden.
Hans-Jürgen Stumpf

Darunter werden die meisten von uns Jalousien, Rolllos, Tür- und Fensternetze verstehen und mit ihnen gerade in den Sommermonaten versuchen, den „Einflug“ ungeliebter Stechmücken, Wespen und anderer „Quälgeister“ in Wohnungen und Häuser zu verhindern.

Hier soll jedoch das Thema nach all den Meldungen aus den Medien in den letzten Jahren zu den Bedrohungen des Bienensterbens und weiterer Insekten aus anderer Sicht beleuchtet werden. 

1965 (!) wurde nach den damals schon konstatierten extremen Verlusten der Artenvielfalt in der Kreisbeschreibung des Landkreises Braunschweig gefordert „letzte Stücke ursprünglicher Natur samt ihrer Lebensgemeinschaften zu schützen“. 

Dies gilt nun, über ein halbes Jahrhundert später, umso mehr und ganz besonders in unserer fast nur noch durch Ackerbau geprägten Region. Einen guten Schritt in unseren Feldmarken neue Lebensräume zu schaffen, stellen die Ackerrandstreifenprogramme dar. Mit dem Verzicht auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln an Feldrändern konnte man in den letzten Jahren z.B. wieder Katschmohn, Wegwarten und Kornblumen blühen sehen. Auch Flächen, wie z.B. am nördlichen Ortsrand, die mit der Einsaat von Phazelia und Sonnenblumen sehr Bienenfreundlich sind, bieten mehr Futterangebote für Insekten.

Von einer kleinen - aber feinen Initiative - soll hier nun besonders berichtet werden. Im letzten Jahr wurden auf dem Friedhof Schulenrodes zwei Flächen mit Wildblumenmischungen eingesäht.

Die Trockenheit 2019 behinderte dann leider deren Wachstum. In diesem Sommer kam es aber glücklicherweise zu der gewünschten langanhaltenden Blühphase der unterschiedlich abgestimmten Einsaaten. Vom Frühsommer bis zum Herbst bietet diese Wiese Nahrung für Wildbienen und jede Menge weiterer Insekten. 

Die Stadt Braunschweig hat mit einer auf dem Hauptfriedhof ähnlich angelegten Bienenwiese ein „ökologisches Glanzstück“ erzielt und medienwirksam eine Auszeichnung der UN bekommen.

Ganz klar „Heuwiesen“, also Wiesen, die zur Fütterung von Vieh gebraucht werden sind hier schon lange die Ausnahme. Auf die Gesamtfläche Deutschlands bezogen wurden in den letzten Jahrzehnten die Wiesenflächen insgesamt von 33% auf nur noch 2 % reduziert. So sind auch solche kleinen Areale, wie sie auf dem Friedhof in Schulenrode geschaffen wurden, ein Geschenk. 

Hier sind Kommunen und Privatleute gefragt, in Zukunft auf weiteren Flächen Einsaaten mehrjähriger Blüh-pflanzen vorzunehmen, und damit Fortschritte im Insektenschutz zu erreichen. Denn was nützen die schönsten Insektenhotels, wenn nicht nachhaltig für Futter von Insekten aller Art im sommerlichen Jahresablauf gesorgt ist?!

Ein Zufallsprodukt mit großem Charme zeigt zum Schluss ein Blick auf eine „Miniwiese“ im Topf, mit einer Wildblumenmischung, wie sie z.B. in Gärtnereien und in Braunschweig bei der Touristinformation erhältlich ist.

Vielleicht eine Anregung, mit der Gestaltung des eigenen Gartens und Balkons am „Wiesenprogramm“ teilzunehmen, das Summen und Brummen um uns herum zu fördern, und sich daran zu erfreuen!

Verständlicherweise aber nicht im Wohn- und Schlafzimmer und deshalb sind die Maßnahmen dort zur Abwehr von Quälgeistern, wie oben beschrieben, zurzeit wohl hilfreich und berechtigt.

Horst Klatte (Ortsheimatpfleger)

 

Quellen:

  • Die deutschen Landkreise, Bd. 22, Der Landkreis Braunschweig, Teil 1, Bremen 1965, S. 109
  • Zeitschrift „HÖR ZU“, Heft 33, 2020, Artikel: „Die Wiese - ein Paradies vor unserer Tür“, S. 22
  • „Braunschweiger Zeitung“, ab Januar 2020 besonders:
  • Themenseiten mit Artikeln „Insektenschwund“ „Insektenhotels“, „Wildbienenparadies“, „Blühstreifen“
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