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Schulenrode ist für mich...

der Ort für den es sich gelohnt hat umzuziehen.

Oder: Löschteich – Dorfteich – Löschteich!

Zu Zeiten, als jeder Dorfbewohner sich noch selbst um seine Wasserversorgung kümmern musste, wurden auf praktisch allen Grundstücken Brunnen gegraben. Da man in Schulenrode schon in geringer Tiefe auf gleichmäßig wasserführende Schichten traf, die das Wasser aus dem Elm herleiteten, machten sich die Schulenroder Sommers wie Winters wenig Sorgen, Frischwasser für die Menschen, das Vieh und die Gärten bereit zu stellen.

Trotzdem war es doch mühsam, die Haushalte und das Vieh durch Handpumpen zu versorgen. Gewisse Erleichterung schafften später dann elektrische Pumpen.

Erst im Jahre 1961 wurde in Schulenrode eine Trinkwasserleitung gebaut. Nun musste nur mehr der Wasserhahn geöffnet werden und man konnte sauberes (aber deutlich kalkhaltiges) Elmwasser aus dem Reitlingstal genießen. Ab 1993 gab es dann „weiches“ Harzwasser vom Wasserverband Weddel-Lehre. 

Ein natürliches offenes Gewässer gab es in Schulenrode nicht. Lange Zeit führte durch das Dorf aber ein Graben. Er lief aus Osten kommend etwa von der Destedter Straße in Westrichtung auf die Ohe zu. Erst im Zuge des Ausbaus der Abwasserleitungen 1980 wurde der Graben verrohrt und verschwand aus dem Dorfbild.

Der erste Löschteich

Noch im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert mussten in den Orten für Baumaßnahmen an Häusern und Wegen möglichst selbst Rohstoffe bereit stehen. So wurden, wenn es die Bodenbeschaffenheiten ermöglichten, gemeindeeigene Ton-, Sand-, Lehm- und Mergelgruben erschlossen. Die Dorfbewohner hatten das Recht, für private Baumaßnahmen benötigte Materialien in den Gruben abzutragen – meist gegen ein Entgelt an die Gemeinde.

Am südlichen Ortsrand wurde auf dem Grundstück Nr. 19 (heute: Veltheimer Straße Nr.2, Mattay) eine Lehmgrube erschlossen. Sie ist auf der Karte des Rezesses 1867 vermerkt. Wie lange dort Lehm abgebaut wurde, ist nicht bekannt. 

Auf Fotos aus den 30er Jahren ist zu sehen, dass die Grube voll Wasser stand und so ein ansehnlicher Teich entstanden war. Im Sommer diente dieser als Badeanstalt, im Winter als Eisbahn. 

Sein eigentlicher Zweck war jedoch, als Löschteich für einen eventuellen Einsatz der Feuerwehr zur Verfügung zu stehen. 

Dieser erste Löschteich entsprach nach dem Zuzug vieler Menschen, die als Flüchtlinge oder Vertriebene nach dem zweiten Weltkrieg hier ihre neue Heimat fanden, bald nicht mehr den Anforderungen auf eine angemessene Wassermenge, die zur Verfügung stehen sollte. 

Der Teich zieht um

Nach dem Beschluss des Gemeinderates von 1955, ein Feuerwehrgerätehaus zu bauen, wurde 1956 ein Teil des Grundstücks Nr.1 (heute: Lindenbergweg westlich des Grundstücks Knosalla/Leiche) angekauft. Einhergehend mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses – in Eigenleistung! – wurde die Anlage eines neuen Löschteichs in der Nähe beschlossen und dieser – ebenfalls in Eigenleistung – ausgehoben.

Wer schon einmal versucht hat, mit dem Spaten in unserem Ort etwas tiefer zu graben, kann ermessen, was für eine Arbeit damals für den neuen Löschteich von Hand geleistet wurde!

Die wechselvolle Geschichte des Teiches in Bildern

Auf dem Foto von 1956 ist zu erkennen, wie tief der Teich angelegt war. Schichtwasser speiste ihn, und so hatte die Feuerwehr für Notfälle ein großes Wasserreservoir zur Verfügung.

Im Laufe der Jahrzehnte verlandete der Teich aber zunehmend; er wurde immer mehr zu einem „Feuchtbiotop“.

Wie Fotos zeigen, war der Teich zwar ein Paradies für Wasservögel und Pflanzen – im Sommer aber auch häufig ein Ärgernis wegen der Geruchsbelästigung , die der Faulschlamm im Teich bewirkte. 

Die Übungen der Feuerwehr mit Wasserentnahme aus dem Teich hüllten Mannschaft und Gerät in den „Duft der weiten Welt“ und wurden später eingestellt. (Anmerkung: Dieser herbe Verlust wurde erst Jahre danach kompensiert; man wechselte dabei allerdings von der pflanzlichen zu einer tierischen Duftnote und ging zu ortsüberdeckender „Beduftung“ über - aber das ist eine andere Geschichte.)

Pläne, den Teich zu sanieren, wurden immer wieder verschoben; in seinem Dornröschenschlaf belassen stufte man ihn zu einem „Dorfteich“ herab und unterhielt ihn nicht mehr als Feuerlöschteich.

Im Rahmen der Dorferneuerung und der Ausbaumaßnahmen des Sickter Wegs im Jahre 2004 wurde der Teich erstmals nach vielen Jahren umfassend saniert und mit einem neuen Ablauf versehen; aber weiter nur als Dorfteich gesehen.

Sechs Jahre später (2010) jedoch, stellte sich heraus, dass die Hydranten entlang der Wasserleitung im Ort für mögliche größere Feuerwehreinsätze nicht ausreichen würden. Da besann man sich auf den Teich, der als zusätzliches Wasserreservoir doch wieder von Bedeutung sein könnte.

Eine Wasserprobe des Teiches im Sommer 2010 zeigte jedoch trotz der Ausbaumaßnahmen nur sehr schlechte Werte. So war mit der Verwendung des Teiches als Feuerlöschteich die Forderung verknüpft, ihn auszubaggern und damit erheblich zu vertiefen. Gleichzeitig sollte auch der Baumbewuchs auf dem Gelände um den Teich entfernt werden, um die Faulschlammbildung durch Laubeintrag so weit wie möglich zu unterbinden.

Endlich kam im August 2013 das „Baggerbalett“ zum Einsatz! Vertiefung und Abholzung weckten den Teich aus seinem Dornröschenschlaf. Zu noch mehr neuem Glanz trug dann die Sanierung des Zaunes im Jahre 2015 bei.

Das Bagger-Foto zeigt, dass hier, in der Mitte des Löschteichs, mit etwa 119,5m üNN der tiefste Punkt Schulenrodes liegt. Heute können wir diesen Punkt allerdings nur noch „ertauchen“. 

Die Frage ist nun:
„Rittersmann oder Knapp, Knappersmann oder Ritt!
Wer wagt es, …
zu schlauchen in diesen Tund? äh, zu tauchen in diesen Schlund?“
(frei nach Heinz Erhard)

Horst Klatte, Ortsheimatpfleger

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