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Schulenrode ist für mich...

zur Heimat geworden.

In der umfassenden Beschreibung des Landlebens in der „Braunschweiger Volkskunde“ von Richard Andree (1901) wird das Haus Nr. 7 (heute: Sickter Weg 2/Gerike) als Beispiel eines „fränkisch-thüringischen Hofes“ beschrieben. Typisch für diese Bauweise ist, dass Scheune, Ställe und das Wohnhaus in gleicher Flucht längs in einem zweigeschossigen Gebäudekomplex angeordnet sind. In dieser „mitteldeutschen“ Grundform waren, wie dem Kartenbild des 19. Jahrhunderts zu entnehmen, viele der kleinen Hofstellen im Ort gebaut worden. 

Bis heute haben sich Wohnhäuser dieses Typs in Schulenrode erhalten, wurden aber – heutigen Wohnansprüchen entsprechend – im Innern umgebaut und mit Anbauten ergänzt. Gelungene Beispiele für den Erhalt und die Pflege der Bausubstanz sind die Häuser Nr. 11 und 15 (heute: An der Kirche/Schönborn, Jöckel) und das Wohnhaus der Hofstelle Bosse am Lindenbergweg; ehemals Nr. 17.

Die Möglichkeit – nach vorhandener Grundstücksgröße und „Portemonnaie“ – Ställe und Scheunen getrennt vom Wohnhaus zu bauen, führten zur Herausbildung von „Mehrseithöfen“. 

Solch eine Hofanlage sieht man heute noch in beeindruckender Weise beim Haus Nr. 16 (heute: An der Kirche 1/Borrmann). Das Wohnhaus ist 1724 erbaut und später erweitert worden. Ein großes Scheunen- und Stallgebäude wurde 1856 genau gegenüber dem Wohnhaus errichtet. Der zwischen den Gebäuden liegende Hof wurde mit Steinen befestigt und ermöglichte es so, mit Fuhrwerken auf dem Hof zu wenden. Unter dem seitlich verlängerten Dach der Scheune konnten Erntewagen vor Witterung geschützt abgestellt werden. 

Die Hofstelle steht als einziges Gebäude in Schulenrode unter Denkmalschutz. Familie Borrmann hat 1986 den damals zwei Jahren unbewohnten Hof erworben, vor dem Verfall gerettet und mit ihrer unermüdlichen Arbeit Haus und Hof saniert. 

1994 zum 270. Geburtstag des Hofgebäudes, organisierten sie ein großes Hoffest. An dieses „Lindenbergfest“ erinnert die Gravur auf dem Seitenrand der Tischplatte, die zur Bankgruppe auf dem Lindenberg gehört. In nur noch neun Jahren könnte der 300. „Geburtstag“ des Hauses wieder Anlass für ein großes Fest sein. 

Horst Klatte, Ortsheimatpfleger

 

 

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